Interview mit unserer Dozentin Cecile Keller:

Wie hast du den Umgang mit Menschen mit einer Behinderung erlebt? Was hat dir dabei besonders gefallen?

Ich arbeite wahnsinnig gerne mit Menschen zusammen die eine Behinderung haben. Mir gefällt, dass sie meist eine etwas pragmatischere Sicht auf das Leben haben. Bei ihnen geht es oft um wirklich wichtige Dinge und weniger um Luxus-Probleme. Wenn ein Kind vor der Behandlung verspannt und schlecht gelaunt ist und mir 45min später ein Lächeln schenkt, die Arme besser strecken kann und einen entspannten Blick hat, dann weiss ich, dass ich etwas Sinnvolles mache.

 

Wo liegen die Unterschiede zwischen einer Kinesiologie Sitzung mit Menschen mit einer Behinderung und einer Sitzung mit Menschen ohne Handicap?

Bei leichten Behinderungen gibt es eigentlich kaum Unterschiede. Bei schwereren hingegen sind das Handling und gewisse Grundkenntnisse wichtig. Wie helfe ich jemandem aus dem Rollstuhl, wie unterstütze ich eine Drehung auf der Behandlungsliege? Was erzählt mir mein Klient? Klar, man darf natürlich auch nachfragen. Aber wenn jemand eine Therapie aufsucht, darf er einiges an Wissen voraussetzen. Begriffe wie MS, Querschnittlähmung, CP, Trisomie, Autismus oder Epilepsie sollten einem bekannt sein. Hat man eine Vorstellung davon, wie sich diese auswirken können, verleiht dies einem eine zusätzliche Sicherheit und man kann die Fragen spezifischer stellen. Peinliche Momente sollten möglichst vermieden werden, wie zum Beispiel wenn man nicht weiss wie man die 14 Muskeltest bei jemandem macht der eine Querschnittlähmung hat. Oder auch ist es hilfreich, wenn man auf die Frage, wie man Phantomschmerzen einer amputierten Extremität behandeln kann, schon einige Antworten hat.

 

Man merkt, dass Dir die Arbeit mit Menschen mit einem Handicap sehr am Herzen liegt. Weshalb ist das so?

Eigentlich gibt es keine einheitliche Schublade für „behinderte Menschen“. Ich denke, dass das Spektrum sogar noch viel grösser ist als bei Menschen ohne Handicap. So spannt sich der Begriff „Behinderung“ von einem amputierten Fuss, oder Schwerhörigkeit über Lähmungen bis hin zum Hirntod.

Am Herzen liegt mir bei dieser Arbeit, kurz gesagt, dasselbe wie bei Menschen ohne Behinderung. Nämlich sie möglichst ganzheitlich, individuell und ihren Bedürfnissen angepasst unterstützen zu können.


Den Kurs „Menschen mit Behinderung“ habe ich darum ins Leben gerufen, weil ich immer wieder erlebe, dass Therapeuten, welche noch keine Erfahrungen mit diesen Menschen sammeln durften, Berührungsängste haben und vor allem Berühungskompetenz aufbauen wollen. Es ist mir ein Anliegen, zu zeigen, dass sie gar nicht so viel anders sind als wir. Klar, sie haben vielleicht andere Ziele und Bedürfnisse - aber dafür haben wir ja in der IK-Kinesiologie eine wundervolle Technik. 

 

Herzlichen Dank für das spannende Interview und wir freuen uns sehr, dass du deine Arbeit bei uns am IKAMED weitergibst.

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Vielleicht hast du davon gehört, dass es bald einen Beruf gibt der "Eidg. Dipl. Komplementärtherapeutin resp. Komplementärtherapeut" heisst. Noch ist es nicht ganz so weit, aber...

...der Prozess läuft. Sicher ist folgendes jetzt schon: Jede Person die möchte und die Kriterien zur Prüfung erfüllt kann sich zur Prüfung anmelden. Es gibt also zwei Wege zum Eidgenössischen Titel.

Sicher ist eines: Wir führen dich zu deinem Berufserfolg. Möchtest du mehr dazu erfahren? Über Berufschancen, die verschiedenen Wege und deine Fragen stellen können? Am Opens external link in new windowDienstag, 13. März 2017 um 18.15 haben wir wieder unseren kostenlosen Informationsabend. 

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